Die Aula war für ca. 250 Menschen bestuhlt. Am Ende standen die meisten, voller Begeisterung für das diesjährige Theaterstück der Theater-AG der Mittelstufe unter der Leitung von Tobias Zehender. Es war „großartig, ein Stück über das an etwas Glauben, über starke Frauen“ wie Schulleiter Steffen Englert resümierte.
„Margarete Steiff – Die Geschichte des Teddybären“ behandelt das Leben der Unternehmerin und Gründerin der Spielwarenfabrik Steiff, die von 1847-1909 lebte. Sie litt an Kinderlähmung und schaffte es mit ihrem Fleiß und ihrer Entschlossenheit, dass über viele Hindernisse hinweg am Ende der heute weltbekannte, nach dem US-Präsidenten Theodor „Teddy“ Roosevelt benannte Teddybär bis heute die Kinderzimmer schmückt.
Mit schauspielerischer Brillanz schafften es Louisa Hauck (8d) und Rosalie Käble (9c), die die junge und ältere Margarete spielten, ein Bild von einer Frau zu schaffen, die mutig, fleißig, gebrechlich, entschlossen, hilfsbedürftig, ängstlich und hoffnungsfroh ist. Beeindruckende Leistungen in der Rolle des Bruder Fritz zeigten Levon Ratliff (8c), der den jungen Bruder spielte sowie den erwachsenen Bruder spielende Marlene Lohe (9c). Fritz, ein hilfsbereiter, verletzlicher Bruder, der alles dafür tut, seiner beeinträchtigten Schwester zu helfen. Er half Margarete trotz der Diskriminierungen, die sie aufgrund ihrer Lähmung erleiden musste, den Schulbesuch zu ermöglichen, der aufgrund der Linkshändigkeit für sie nochmals schwerer fiel. Die Lehrerin, gespielt von Kaja Rauterberg (8c), ihre Mutter, gespielt von Jana Kessler (9a) und diverse Mitschüler setzten Margarete in der Jugend so zu, dass sie in schweren Zeiten Stimmen hört, die ihr einflüstern, dass sie es aufgrund ihrer Beeinträchtigung zu nichts bringen wird. Die Stimmen waren sehr einschüchternd dargeboten. Von diesen persönlichen Niederlagen gab es viele: Neben der Diskriminierung in der Jugend auch Enttäuschungen in der Liebe, die gescheiterte OP in Ludwigsburg und wirtschaftliche Not in den Krisen des 19. Jahrhunderts.
Daneben gab es aber auch Hoffnungen, wie die Bekanntschaft mit dem Verkäufer Julius, sehr überzeugend von Daniel ter Wiel Reinoso (8c) dargeboten, der ihr eine Nähmaschine verkauft, mit der Margarete über Umwege zum Erfolg kommt. Oder die Rettung auf der Kinderspielwarenmesse in Nürnberg, auf der ihre neue Erfindung, ein beweglicher Bär aus weichem Stoff, der für den deutschen Markt zu teuer war, aber das Interesse des amerikanischen Marktes die Rettung aus der finanziellen Not darstellte.
Margarete Steiff schaffte es, nach jeder Enttäuschung wieder Kraft zu finden und diese in neue Energie umzusetzen. So kann sie ein Vorbild für jede und jeden von uns sein, denn „mein Wert hängt nicht davon ab, was andere von mir sagen“.
Die Vorstellungen am 11. und 12.5.26 zeigten, wozu Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen der Realschule und des Gymnasiums in der Lage sind. Unterstützt von der Technik-AG unter Manuel Martins Leitung, die die Schauspielerinnen und Schauspieler immer ins richtige Licht setzten und mit den passenden Klängen untermalten, gibt uns das Theaterstück Hoffnung. Hoffnung, dass es wieder aufwärts gehen kann, bis man seinen Traum erreicht, egal wie aussichtslos die Ausgangssituation ist oder wie schwer die Steine sind, die im Laufe des Lebens auf dem Weg liegen. Durch Hilfsbereitschaft, Treue, aufeinander Acht geben, wie im Stück Fritz, die Mitarbeiterinnen der Schneiderei oder auch Steffen Englert formulierten.
Tobias Zehender und der Theater-AG der Mittelstufe ist es gelungen, in vielen Stunden der Vorbereitungen eine unvergessliche Stimmung zu kreieren, die Mut für uns alle gibt.
Text: Christian Spermann
Fotos: Dr. Thomas Löffler de Carvalho






