Mit Latein ist man nicht allein! – Vortrag von Dr. Stefan Faller

26 03 04 Lateinvortrag Lea Niedermaier KS2 (1)

Wenn man abends an die Schule kommt, weiß man, dass es ernst wird – so ging es den Kursstüflern des St. Raphael und über 50 anderen Latein-LKlern am 04.03.2026, die aus allen Gymnasien Heidelbergs und Umgebung an unsere Schule kamen, um den weisen Worten von Dr. Stefan Faller, Oberrat am Seminar für Griechische und Lateinische Philologie der Universität Freiburg und Berater der „Stiftung Humanismus heute“, zu lauschen. Er hielt nach einer Einführung des Vorsitzenden des Deutschen Altphilologenverbandes einen Vortrag über „Schicksalsbegegnungen in Vergil’s Aeneis“, wonach die Schülerinnen und Schüler noch Fragen stellten konnten und dies auch rege getan haben. Warum aber diese Begeisterung für einen freiwilligen Vortrag außerhalb der Schulzeit? Nun, weil dieser Vortrag an unserem St. Raphael Gymnasium jedes Jahr das hervorragende Angebot darstellt, einen hochkarätigen Vortrag über das diesjährige Abiturthema des Latein-Leistungskurses zu hören, so in letztem und diesem Jahr das Epos „Aeneis“ vom römischen Autor Vergil aus dem Jahr 19 v. Chr. Dieser wird jährlich vom deutschen Altphilologenverband ausgerichtet und findet neben dem St. Raphael nur noch in Karlsruhe statt. Der Vortrag selbst bot uns neben lustigen ’side-facts‘, die Herr Faller über Vergil und sein Leben einzubringen wusste, eine perfekte Möglichkeit, um Schulinhalte zu wiederholen und unseren Horizont zu erweitern. Denn alle bemerkten, dass die Aeneis neben dem ’stressigen Pflichtthema‘, das sie für uns Abiturienten ist, mehr sein will und auch kann, und dass die komplexe Thematik im richtigen Format wirklich unser Interesse zu wecken vermag. Am schönsten war jedoch das Gefühl mit so vielen Menschen in einem Raum zu sitzen, die genau das gleiche lernen und durchmachen, und das auch noch mit unserer Schule als Gastgeber. Wir aus einem gerade mal vierköpfigen Latein-LK fanden uns plötzlich in einem Raum mit Schülern wieder, die sich alle fünf Mal die Woche mit Senecas „Moral-Briefen“ oder dem trojanischen Helden Aeneas beschäftigen, was uns eindrucksvoll vor Augen führte, dass Latein eben doch mehr ist als eine „tote Sprache“.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden und viel Glück allen Abiturientinnen und Abiturienten für ihr Lateinabitur, dem wir dank diesem Vortrag ein Stück näher sind!

 

Text und Foto: Lea Niedermaier (KS2)