Am 04. März 2026 hatten wir Besuch von sechs Politikern. In einer ca. 15-köpfigen Arbeitsgruppe hatten wir uns stundenlang auf dieses politische Highlight vorbereitet. Schließlich waren diese Landtagswahlen die ersten, bei denen wir ab 16 Jahren schon wählen durften und für uns daher von besonders großem Interesse.
Am Tag der Diskussion leiteten wir, Helene (KS2), Felix (10a) und Kenji (KS1), 100 Minuten lang durch das vielfältige Programm. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde starteten wir mit einer Ja/ Nein Runde zum Thema Schule und Jugend. Zu Aussagen wie „Ich bin für mehr politische Bildung an Schulen – ggf. auch auf Kosten anderer Fächer.“ forderten wir die Politiker auf, mit einem grünen bzw. roten Daumen zu reagieren. Nachdem wir auf diese Weise einen guten Überblick über die jeweiligen Positionen der Parteien zum Thema bekommen hatten, begannen wir Moderatoren die unterschiedlichsten Fragen in die Runde zu geben und teils kritisch nachzuhaken. Bei den offenen Runden hatte jeder Politiker circa 60 Sekunden Zeit, seinen Punkt überzeugend rüberzubringen. Das wir beim Zeitmanagement nicht mit uns diskutieren ließen, zeigten wir auch recht deutlich: nachdem die Technik-AG kurzerhand einfach die Mikros abschaltete, hatten wir uns eindeutig Respekt verschafft…
Als nächstes diskutierten die Politiker über Migration, Integration und innere Sicherheit. Die Brisanz dieses Themas machte sich in einer emotionaler werdenden Debatte sichtbar. So war etwa Herr Heine von den Linken überzeugt, dass „das Problem“ nicht die Ausländer, sondern die Männer im Allgemeinen seien. Diese und weitere Aussagen sorgten für kontroverse Reaktionen auch aus dem Publikum. Neben Applaus waren auch eindeutiges Gelächter oder Buhrufe zu hören. Entsprechend kritisch waren folglich auch die Fragen des Publikums in der ersten Plenumsphase. Sowohl Sorgen um die eigene Sicherheit oder Bedenken über das Einhalten der sogenannten Brandmauer der CDU zur AfD wurden laut geäußert und mehr oder weniger zufriedenstellend beantwortet.
Anschließend leiteten wir zum dritten Themenblock über. Zu Fragen nach bezahlbarem Wohnraum für Studenten oder kostenlosem ÖPNV gingen die Meinungen teils weit auseinander. Größtenteils blieb die Diskussion zwar hart, aber fair und trotz der Emotionen doch meist sachlich.
Der letzte Block beinhaltete Fragen zu Wirtschaft und Klimaschutz. Besonderes Augenmerk lag hier auf der im Ländle beheimateten Automobilindustrie sowie dem Ausbau erneuerbarer Energien. Die zentrale Frage „In welchen Bereichen sollte das Land Gelder kürzen, um Ihre (die der Parteien) Forderungen zu finanzieren?“ bereitete allen Politikern wie erwartet Bauchschmerzen.
In der zweiten und letzten Plenumsphase stellten die SchülerInnen der 10. Klasse Realschule bis Kursstufe 2 des Gymnasiums weitere kritische Fragen. Nachfragen zur Wehrpflicht an die SPD oder zum Verbrenner-Aus an die FDP; für all das nahmen sich die Politiker von den Linken, SPD, Volt, Grüne, FDP und CDU an diesem Tag Zeit. Die Wichtigkeit von Demokratie und politischer Teilhabe stellten alle Politiker in einer Schlussrunde einvernehmlich in den Vordergrund: „Geht wählen, tretet einer Partei bei und entscheidet bei den demokratischen Entscheidungen mit!“
Schlussendlich war die gesamte Diskussion ein voller Erfolg. Uns wurde bewusst, dass für Politiker neben Fachwissen eben auch rhetorisches Können notwendig ist und eine solche Diskussion ebenjenen Politikern eine Menge abverlangt. Zusammen setzten wir uns mit den Politikern und ihren Inhalten auseinander und merkten dabei schnell, dass „die da oben“ auch nur Menschen sind.
Die umfangreiche Vorbereitung der SchülerInnen in ihrer Freizeit, die Begleitung durch die GK-Fachschaft, Aufbau durch die Technik-AG, präzises Zeitmanagement durch Sophia A. und Sophia R., die Moderation und die Unterstützung vieler weiterer im Hintergrund haben diesen Vormittag so unvergesslich gemacht.
Vielen Dank!
Text: Kenji Kalverkamp (KS1)
Fotos: Greta Bosch (KS2), Konrad Gräter (KS1)



