Erzengel Raphael gilt in der Tradition als Schutzpatron der Kranken und Ärzte und Ärztinnen (sein Name bedeutet ja auch: „Gott heilt“ oder „Gott ist mein Arzt“), aber auch der Reisenden und Pilger, der Dachdecker und Bergleute und der Blinden. So begingen wir seinen Gedenktag, der eigentlich am 29. September liegt, am 20. und 21. Oktober 2026 stellvertretend mit allen 6. Klassen unserer Schulen.
Der Tag begann mit einem Impuls in der Kapelle, denn dort wurde mit Hilfe von Egli-Figuren die Geschichte des biblischen Buches Tobit nacherzählt und anschaulich gemacht. Der gemeinsam gesprochene Psalm 91, in dem es heißt: „Denn Gott wird seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst. Sie werden dich auf Händen tragen, und du wirst dich nicht einmal an einem Stein stoßen.“ begleitete die Schülerinnen und Schüler durch den Tag.
An vier verschiedenen Stationen wurde dann u.a. der Aspekt des Vertrauens betont:
Bei Vertrauensspielen sollten sich die Schülerinnen und Schüler blind über Hindernisse führen lassen oder sich auffangen lassen. An einer anderen Station sollten sie darüber nachdenken, wer und was sie im Alltag beschützt und einen Dankesbrief an eine ihnen wichtige Person verfassen.
Das Buch Tobit enthält auch viele Ratschläge: „Handle gerecht, solange du lebst.“ „Such nur bei Verständigen Rat.“ Diese sollten an einer dritten Station kommentiert und bewertet und ein Ranking des bestens Ratschlags ausgefüllt werden. Wer schnell war, konnte noch die Bastel-Station besuchen.
In der Kirche St. Raphael konnten die Kirchenfenster zur Tobit-Geschichte betrachtet und erschlossen und schließlich mit Farbe im Begleitbuch gestaltet werden. Ebenso wurde die Kirche fast bis ins letzte Eck erkundet und die Bedeutung eines geweihten Hauses deutlich gemacht.
Am Ende des Tages trafen sich alle Klassen zu einem kleinen Gottesdienst in der St. Raphael Kirche, bei dem nun der Fokus auf Sara lag, jener Frau, die Tobias heiraten will, die aber schon sieben Ehemänner bereits in der Hochzeitsnacht verloren hatte, doch Tobias kann sie mit Raphaels Hilfe erlösen und befreien. Mit Hilfe ihrer Geschichte sollte darüber nachgedacht werden, wie schnell wir andere Menschen und uns selbst abstempeln und auf bestimmte Rollen festlegen.
Ein toller Tag, wie auch die Stimmen von Schülerinnen und Schülern deutlich machen:
„Der Tag hat uns gefallen, denn es war kein normaler Unterricht.“
„Wir konnten mal nebeneinandersitzen.“
„Ich fand die Vertrauensspiele cool.“
„Es hat Spaß gemacht, sich mal fallen lassen zu können.“
„Wir haben eine Menge über die Raphael-Kirche gelernt, und es war toll, dass man in der Kirche überall hin gehen konnte, wo man während des Gottesdienstes sonst nicht hinkommt.“
„Meine Mutter hat sich total über den Dankesbrief gefreut.“
Interessanterweise hat bei der Abstimmung, welcher der Ratschläge der beste aus dem Buch Tobit sei, an beiden Tagen der Ratschlag: „Halte deine Mutter in Ehren, solange sie lebt.“ Eine weitere Lehre, die man gerne vom Raphaeltag mitnimmt.
Text und Fotos: Katharina Siehl-Kaegi und Patricia Nübel




