Als die Wahlen für die Einkehrtage 2026 anstanden, setzte sich ziemlich schnell der Ruf durch, dass Taizé mehr oder weniger eine Art Pufferzone sei, in der eine unbegrenzte Menge an Schülern untergebracht werden konnte. So war Taizé der Ort, an den man „abgeschoben“ wurde, sollte man nicht an sein eigentliches Wunschziel kommen.
Mit diesem miserablen Ersteindruck sowie mehreren Horrorgeschichten der Stufe über unsim Hinterkopf, machte sich unsere Gruppe von Schülern am 13. Juli 2026 nach West-Frankreich auf.
Taizé dient als ein Ort der Zusammenkunft für jugendliche Christen aus Europa, oder sogar aus aller Welt. Geführt wird Taizé von einer Gruppe von Brüdern, die ihr Leben dort verbringen und gestalten. Bei unserem Besuch im Hochsommer, war in Taizé und dem umliegenden Gebiet eine starke Dürrewarnung ausgesprochen. Als wir schließlich ankamen, herrschten bedrückende 37 Grad, was nicht sehr förderlich zum Aufbauen unserer Zelte war.
Der Tagesablauf in Taizé wird allgemein um Gebete strukturiert, zu welchen drei Mal am Tag alle Besucher in der zentral gelegenen Kirche zusammenkommen, um innezuhalten. Aufgrund der internationalen Position Taizés, wurden in diesen Gebeten Lieder in etlichen Sprachen gesungen, sowie Bibelstellen mehrmals in verschiedenen Sprachen wiederholt. Jedes Gebet umfasste etwa 40 Minuten, die meist durch Gesang gefüllt wurden, sowie einer 10 minütigen Phase der Stille. Um besagte Gebete, wurde die Ausgabe des Essens gelegt. Dies war stets einfach und wurde in schon etwas heruntergekommenes Plastikgeschirr ausgeschenkt. Was und wie viel gegessen wurde, war nicht für alle unproblematisch, worauf bei so vielen hunderten Besuchern allerdings nur schwer Rücksicht genommen werden konnte.
Vormittags kamen Jugendliche in Gruppen zu ca. 80 aufgeteilt zusammen, wo sie dann von einem Bruder, in unserem Fall Bruder Matthias, eine kurze Bibeleinführung bekamen, wonach in mehrere Kleingruppen unterteilt wurde, die alle von je einer Lehrkraft bzw. anderweitiger Führungsperson angeleitet wurde. Obwohl unsere große Gruppe zu einem großen Teil aus Deutschsprachigen bestand, boten diese Kleingruppen eine große Fläche für internationale Begegnungen mit anderen Jugendlichen, und somit Gelegenheit für viele interessante Gespräche.
In jenen Kleingruppen verbrachten wir auch unsere Nachmittage, bis auf eine Putzeinheit, die Donnerstagnachmittag auf dem Programm stand. Und diese war dringend nötig, denn der Zustand der geteilten Sanitäranlagen war durch die Masse an Leuten, nett ausgedrückt, mangelhaft. Für Leute, die vielleicht schon mehr Erfahrung bei z.B. Campen gesammelt hatten, stellte dies vielleicht weniger ein Problem dar, dennoch war die Benutzung als nicht sehr angenehm zu beschreiben. Donnerstagabend stellte ebenso einen weiteren Umschwung dar. Während wir die vorigen Tage in beinahe unaushaltbarer Hitze verbracht hatten, fing es an diesem letzten Abend während dem abendlichen Gebet an, in Strömen zu regnen und zu gewittern. Während wir alle sicher in der Kirche untergebracht waren, waren unsere Zelte dem Wetter ausgesetzt. Nach einer relativ langen Zeit konnten wir schließlich zu unserem Zeltplatz zurückkehren und nach unseren Habseligkeiten schauen. Diese fanden wir in verschiedenen Zuständen vor. Während manche Zelte vollkommen intakt geblieben waren, standen andere komplett unter Wasser, mit Schlafsäcken in Pfützen und Wasser in Koffern stehend. Dieser Vorfall versauerte für einige den letzten Abend, da sich um andere Schlafplätze sowie teilweise Klamotten gekümmert werden musste, und das Material natürlich bis zur Abreise am Folgetag auch nicht trocknen konnte.
Für diese Abreise musste die gesamte Gruppe frühmorgens aufstehen und zusammenpacken, damit wir mit dem Bus rechtzeitig aufbrechen konnten, um nach Hause zu kommen. Eine sehr ermüdende Busfahrt später kamen wir schließlich deutlich später als geplant in Heidelberg an.
Taizé funktioniert als ein Ort der Zusammenkunft, zwischen diversen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Diese Diversität bzw. Offenheit war in den dort arbeitenden Freiwilligen sowie den Leuten generell stets bemerkbar. Auch war es leicht, mit neuenLeuten ins Gespräch zu kommen. So wurde am ersten Tag z.B. schon gemeinsam Volleyball gespielt. Es war ebenso bemerkbar, dass Taizé genau auf solche Begegnungen ausgerichtet ist, was z.B. durch den Ort der abendlichen Zusammenkunft, dem „Oyak“, stark ausgedrücktwurde. Ebenso bestand in unserer Gruppe stets eine angenehme Atmosphäre, sowohl unter den Schülern als auch unter den Lehrern mit den Schülern. An dieser Stelle steht diesen Lehrkräften ein großes Dankeschön von unserer Seite aus. Danke also an Frau Nübel für die jährliche Organisation, und Danke an Frau Kolan, Frau Paredes-Heck, Herr Will und Herr Ohl für die Begleitung und Ihren Beiträgen zur positiven Atmosphäre unserer Gruppe. Über unseren Aufenthalt in Taizé spalten sich letztendlich die Meinungen. Jedoch haben fast alle zum Ausdruck gebracht, dass es längst nicht so schrecklich war, wie es uns vorher auf dem Schulhof dargelegt wurde. Wenn ihr also vielleicht auch eines Tages dorthin geht, lohntes sich, offen zu bleiben und Taizé als das zu betrachten, was es ist; eine Erfahrung.
Text und Foto: Hannah Fuchs (KS1)



