Die Reise beginnt am Samstagabend, den 13.10.2025, um 22 Uhr an der „Dossenheimer Landstraße“. Die gesamte KS2 macht sich auf in die Toskana nach Montecatini-Terme. Mit zwei Bussen fahren wir die Nacht durch und kommen gegen 11 Uhr bei unserem Hotel an. Das Wetter sieht vielversprechend aus und alle freuen sich auf den ersten Tag.
Montecatini-Terme ist eine kleine Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern, welche zwischen Florenz und Lucca liegt. Dort verbrachten wir vor allem unsere Abende zum Essen gehen, einkaufen oder feiern. Außerdem nutzten wir häufig den Ortsbahnhof, um zu den umliegenden Zielen zu gelangen. (Für die Ausflüge wurde unsere Stufe in 4 Gruppen aufgeteilt. Dieser Bericht erzählt vor allem von den Ereignissen der Gruppe 3)
Nach der Zimmereinteilung machten wir uns alle zusammen auf nach Lucca. Lucca ist eine schöne traditionsreiche Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind der Dom „San Martino“, die lange Stadtmauer und der „Guinigiturm“. An diesem Nachmittag haben wir die Altstadt mit zwei Touren gut durchkämmt. Eine Tour wurde von Herr Hübel durchgeführt und die andere von einem Touristenführer aus Lucca.
Obwohl wir aufgrund der Besichtigung Luccas und der nächtlichen langen Busfahrt schon erschöpft waren, hatten wir noch eine weitere wichtige Stadt zu besuchen: Pisa. Wir kamen erst abends in Pisa an und hatten kaum Zeit, die Stadt zu besichtigen. Wir eilten zum weltbekannten schiefen Turm und schossen ein paar Bilder zur Erinnerung. Den restlichen Abend durften wir selbst gestalten und die meisten haben sich für ein italienisches Abendessen entschieden. Daraufhin mussten wir uns zurück nach Montecatini-Terme begeben und fielen nach diesem sonnigen, aber auch anstrengenden Tag müde in unsere Betten, ohne zu ahnen, was uns in der Zukunft erwarten würde.
Am Montag stand für uns eine der Hauptattraktionen der Toskana an: Die Besichtigung von den bekannten Cinque Terre (=5 Länder). Voller Vorfreude auf die schönen Sandstrände, die bunten Häuser und eine schöne Wanderung wachten wir auf, doch wurden schon auf dem Weg zum Frühstück kalt erwischt: Draußen hatte es die Nacht über geregnet und auch der Wetterbericht lieferte keine gute Prognose. Auf dem Hinweg mit dem Zug konnten wir auf das schöne Mittelmeer hinausschauen, aber leider störten Regen und Nebel die sonst so malerische Aussicht. Das Baden im Meer konnten wir auf jeden Fall vergessen. Wir kamen im ersten der fünf Dörfer Monterosso al Mare an. Beim Aussteigen aus dem Zug konnten wir unser Glück kaum glauben, denn der Regen hörte pünktlich mit unserer Ankunft auf. Die Sonne blieb uns allerdings aufgrund des bewölkten Himmels verwehrt. Die Wanderung verlief größtenteils reibungslos und nach ein paar Stunden kamen wir am Hotspot von Cinque Terre an: Das Dorf Vernazza mit seinen leuchtenden bunten Häusern und seinem wunderschönen, kleinen Hafen und der historischen Santa Margherita Kirche. Leider wurden wir bei unserer Ankunft von einem extremen Gewitter erwischt und konnten uns, erst nach mehreren Minuten im Regen, im Zentrum des Ortes in ein Restaurant oder Ähnliches retten. Verschwitzt und vom Regen durchnässt schauten wir durch das Fenster des Restaurants und sahen den Hagelsturm wüten. So hatten wir uns unseren Italienausflug nicht vorgestellt.
Nach dem Essen sieht die Welt aber immer besser aus und wir beschlossen, das dritte und vierte Dorf zu überspringen und mit dem Zug zum fünften Dorf, namens Riomaggiore, zu fahren. Abgesehen von ein paar Windböen war der Aufenthalt hier entspannt und die Besichtigung machte viel Spaß, da es viele schöne Aussichtspunkte und Foto-Spots gab. Das Wetter verbesserte sich und wir konnten das Ambiente des letzten Dorfes genießen.
Das letzte Ziel des Tages war die Stadt La Spezia, die an der Westküste Italiens liegt. Trotz des Gewitters brachen wir nach La Spezia auf und hatten nach unserer Ankunft Freizeit. Wir erkundeten alleine die Altstadt und wollten uns auch den Hafen anschauen. Auf dem Weg dorthin brach allerdings das grauenvollste Gewitter des ganzen Ausflugs aus. Extremer Starkregen und stürmische Windböen traten auf und die meisten aus meiner Gruppe hatten genug vom Regen und fuhren frühzeitig mit dem Zug zurück zum Hotel. Durch den vehementen Sturm blieben nur 5 Schüler übrig, die entschlossen waren, sich ihre letzte Studienfahrt nicht vom Wetter ruinieren zu lassen. Das Gewitter hielt für mehrere Stunden an, doch mit Regenschirmen, Regenjacken und mehreren Musikboxen waren wir entschlossen das Maximum aus dem Ausflug rauszuholen. Wir kämpften uns durch den Sturm und besichtigten einen großen Teil der Stadt. Auch wenn das Wetter und die Situationen während der Ausflüge herausfordernd waren, so entstand eine einzigartige Atmosphäre an diesem Abend.
Enttäuscht vom Wetter, aber dennoch mit einer schönen Wanderung und coolen Bildern im Gedächtnis, machten wir uns auf den Rückweg.
Am Dienstag hatten wir unseren ersten Ausflug nach Florenz. In der Metropolregion Florenz leben etwa 1 Millionen Menschen (achtgrößte Stadt Italiens). Auch bei unserem Ausflug dorthin hat es den ganzen Tag gestürmt und geregnet, aber davon ließen wir uns nicht unterkriegen. Wir besuchten das Leonardo da Vinci – Museum und außerdem die Altstadt und die bekannten Uffizien, in welchen hunderte Kunstwerke ausgestellt sind und lernten die italienische Kultur somit deutlich besser kennen. Wir nahmen an einer Stadtführung teil und konnten viele Souvenirs besorgen und das traditionelle Essen probieren.
Als nächstes stand der Besuch in Siena an. Obwohl Siena nur eine kleine Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern ist, hat sie ihren eigenen Dom, eine reiche Geschichte und ist auch ein wichtiger Ort, der in der Sage der Entstehung Roms auftritt.
Der berühmte „Palio“ findet auf dem Hauptplatz vor dem Dom statt. Der Palio ist ein spektakuläres Pferderennen zwischen den 17 Stadtvierteln Sienas. Bei diesem Pferderennen kam es sowohl schon zu schlimmen Verletzungen als auch zum Tod von Pferden. Der Gewinner des Rennens erhält den Palio (ein Seidenbanner an eine Hellebarde gebunden) und Ehre. Beim Besuch von Siena war das Wetter erstaunlicherweise sehr gut und auch die Sonne ließ sich blicken. Wir bekamen erneut eine Stadtführung von Herrn Hübel und besichtigten die wichtigsten Orte.
Am letzten Tag waren wir fest entschlossen diesen so gut wie nur möglich zu nutzen. Wir fuhren erneut nach Florenz. Das Wetter gab leider nicht viel her, als wir in der Schlange vor dem Dom standen. Nach einigem Anstehen konnten wir endlich in den gigantischen Dom hinein und wurden von seiner Größe überwältigt. Nachdem wir den Dom verlassen hatten, durften wir uns frei in der Altstadt umsehen und sollten am Nachmittag bei den Boboligärten sein. Ich beispielsweise habe mit ein paar Freunden das berühmte „bistecca alla fiorentina“ probiert und mir ein Trikot der Fußballmannschaft gekauft.
Bei der Besichtigung der Boboligärten waren die meisten schon stark erschöpft und unsere Gruppe wurde erneut von einem extremen Unwetter aufgeteilt. Dieser Sturm war so heftig, dass die meisten Kleingruppen Schutz in Restaurants oder Ähnlichem suchten.
Wir sollten nach der Besichtigung des Gartens bei der Piazzale Michelangelo sein. Anschließend trafen nacheinander mit etwas Verspätung alle ein und erstaunlicherweise lichtete sich der Himmel und wir bekamen an diesem Nachmittag das erste Mal die Sonne der Toskana zu spüren. Aufgrund unseres bemerkenswerten Durchhaltevermögens während der letzten Tage wurden wir von unseren Lehrern auf zwei Kugel Eis eingeladen, welche bei unserem Abschied so natürlich umso besser schmeckten.
Nach unserem letzten Ausflug waren wir alle müde und erschöpft, aber dennoch glücklich und stolz. Wir packten unsere Taschen in den Bus und ließen uns erschöpft in unsere Sitze fallen. Wir kamen am Freitagvormittag wieder in der Schule an und jeder war froh nach dieser schwierigen Studienfahrt wieder im trockenen zuhause zu sein. Auch wenn nicht alles glatt gelaufen ist und das spätsommerliche Ambiente der Toskana eher von Unwettern geprägt war, so zeigt uns diese Exkursion, dass wir stark genug sind, auch die größten Herausforderungen zu überwältigen.
Text: Richard Walter (KS2)
Fotos: Aisling Browne, Lilith_Brutscher


